Dienstag, 4. Dezember 2012

Kohlemine und Kilometer


Heute Morgen kamen wir alle drei relativ schwer in die Gänge. Die Nacht war kalt, aber heute Morgen schien wenigstens wieder die Sonne. Wir frühstückten gemütlich, Nick zickte rum und so gegen 11 Uhr waren wir auch endlich unterwegs. Wir tankten in Collie und fuhren dann wieder etwas zurück zu dem riesigen Kipp-Lastwagen, den wir gestern noch gesehen hatten. Da man nicht nahe an den Rand der Mine darf, sahen wir leider auch nicht wirklich gut runter.
Dann fuhren wir noch weiter zurück und bogen auf eine Strasse ab, bis eine Verbots-Tafel uns stoppte. Schade, dass es hier nirgends einen Lookout oder sowas gibt. Ein bisschen von der zweiten Mine sahen wir dann doch noch vom Strassenrand aus. Das Ganze kostete uns fast zwei Stunden, aber was solls?
Nun fuhren wir weiter in Richtung Bunburry und bogen in Richtung Perth ab.
Gegen 17 Uhr erreichten wir Fremantle und quartierten uns diesmal auf dem Coogee Beach Caravan Park ein. Hier sind wir direkt am Meer und vor dem Eingang hat es einen Spielplatz.
Wir stellten den Camper, Tisch und Stühle auf und gingen dann an den Strand, damit Nick noch etwas sändelen konnte. Aber der Wind blies so heftig, dass er es auch nicht so lange lustig fand. Wir schauten uns unterdessen diverse Prospekte an und überlegten, was wir in den restlichen Tagen bis zu unserer Abreise noch machen könnten. Langsam aber sicher überkam uns der Frust. Wir wollen noch gar nicht heim, wir wollen hier bleiben, wo die Sonne scheint (manchmal) und es warm ist. Ausserdem gibt es noch soooo viel zu sehen und zu erleben in Australien. Anstatt, dass wir uns freuen, dass wir noch 3 Tage haben, blasen wir jetzt schon Trübsal. ;-)
Zum Znacht gabs Filet und Bratkartoffeln und später machten wir noch ein Leiterlispiel.






Albany–Collie


Wir haben alle schlecht geschlafen, es war kalt und feucht. Am Morgen wären wir alle gerne noch etwas liegen geblieben, aber um 10 Uhr muss ja ausgecheckt sein. Wenigstens regnete es nicht und wir konnten trocken zusammenräumen. 
Als erstes fuhren wir zum Torndirrup Nationalpark und schauten uns The Gap und The Natural Bridge an. War lässig, wie die Wellen an die Felsen donnerten. :-) Da das Meer aber ansonsten relativ ruhig war, liessen wir die Blowholes aus. Nach volltanken fuhren wir also los auf dem Albany Highway in Richtung Perth. Unterdessen schien die Sonne, der Himmel wurde immer blauer und unsere Laune besserte sich auch mit jedem Kilometer. In Kojonup (?) hat es einen recht grossen Spielplatz mitten im Dorf mit gemütlichen Picknicktischen. Hier assen wir unser Mittagessen und Nick spielte auf dem Spielplatz, bis ihm sein Wackelzahn zu heftig weh tat, dass er nicht mehr spielen wollte. Den Zahn kann man schon in alle Richtungen drehen und schieben, aber er wollte und wollte nich daran ziehen. So fuhren wir weiter bis Arthur River und bogen dort nach Westen in Richtung Collie ab, welches wir um ca. 17 Uhr erreichten (Danke Jeannette für den Tipp auf deiner Homepage!). Als erstes fuhren wir an einen riiiiiesigen Bagger. Wir mussten natürlich einen Fotostopp machen. Sehr beeindruckend! Den Rest schauen wir uns morgen an. Wir haben auch die Mine gesehen (zwar keine Goldmine wie in Kalgoorlie aber eine Kohlemine), aber weil es schon eher spät war, wollten wir lieber auf einen Campingplatz bevor die Reception schliesst.
Hier auf dem Campingplatz gibt es vor allem seltsame Gestalten. Die meisten ziemlich betrunken. Gleich hinter dem Campingplatz fahren zwei Kinder Motocross, eines mit dem Töff, das andere mit einem Quad. Ein Höllenlärm also, auch weil die Männer neben uns dann auch noch anfingen laute Musik zu hören (aber gute!). Aber was solls? Es ist warm und schönes Wetter! :-)
Später kam der betrunkene Nachbar noch vorbei und lud Roger zu einem Bier ein. Der vertröstete ihn auf später nach dem Abendessen.Als wir gerade hinter dem Rätselblock sassen, fiel endlich Nicks Zahn aus! Schon der zweite Wackelzahn in Australien verloren. ;-) Endlich kann auch Nick wieder normal essen. Ich hoffe es wenigstens.Wir bastelten für Nick noch einen Adventskalender für die nächsten 6 Tage mit den Tierli, die ich in Walpole gekauft hatte. Er packte als erstes den Emu aus und freute sich riesig darüber. Schön! Roger ging dann später noch auf ein Bier zum Nachbarn.









Valley of the Giants


Heute sind wir alle gut gelaunt in den Tag gestartet. Wir hatten es ja auch schön warm und trocken. Kaum waren wir losgefahren, fing es schon wieder an zu regnen. LWir fuhren in Richtung Denkmark. Zuerst bogen wir ab zum Giant Tingle Tree. Die Strasse war ziemlich matschig und wir waren ganz froh um unseren «Traktor». Hier gab es diverse Tingle Trees (eine bestimmte Art Bäume, die offenbar nur hier in dieser Gegen wächst), die ausgehöhlt sind von Buschfeuern, aber überlebt haben. Einer ist besonder gross. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist der Umfang bei 24 Metern! Wow! Wir waren ziemlich beeindruckt von den Baumriesen.Anschliessend  fuhren wir ins Valley of the Giants zum Tree Top Walk. Ich wollte da ja gar nicht rauf, aber ich war dann doch sehr enttäuscht, dass ich nicht mal den Steg sah. So bezahlte ich eben den Eintritt und ging mit Roger und Nick mit. Ich dachte, ich gehe mit bis zum Anfang, bis Roger meinte, ich sei wohl schon dabei, mit ihnen auf die Bäume zu steigen. Ups! Ich ging mit bis zur ersten Plattform. Der Boden des Steges ist aus Gitter und ich schaute einfach nicht runter. ;-) Hier war es ja auch noch nicht so hoch. Auf der ersten Plattform sah ich dann aber, wie das Ding schwankte oder der Baum daneben schwankte, ich weiss es nicht. Jedenfalls gingich wieder zurück so lange ich mich noch getraute. Ich wartete dann unten auf die beiden.Ach ja, immer, wenn wir ausstiegen, hörte es auf zu regnen, und kaum waren wir wieder im Auto, schüttete es wieder wie aus Kübeln.Nun ging die Reise weiter. Kurz vor Denmark bogen wir ab in den William Bay Nationalpark zum Greens Pool. Auch hier hörte es gerade auf zu regnen, als wir auf den Parkplatz fuhren. Wir zogen trotzdem die Regenjacken an und gingen zum Strand. Es windete auch heftig. Jedenfalls sah der «Pool» irgendwie ganz anders aus als auf dem Foto beim Parkplatz. ;-) Aber macht nichts, es war wunderschön und die Sonne drückte auch durch.Wir kletterten über die Steine weiter dem Strand entlang und kamen zu den Elephant Rocks. Wow, wie toll ist das denn? J Als wir noch ein Stück weitergingen, mussten wir zwischen zwei grossen Felsen durch. Dahinter war ein kleiner Strand, der wunderschön war. Nun kam aber das Wasser irgendwie immer weiter hoch. Wir mussten uns mit der Rückkehr etwas beeilen, wenn wir nicht über den Landweg zurück wollten, was bestimmt viel weiter gewesen wäre. ;-)Wieder zurück beim Auto fing es wieder an zu regnen, wir schafften es gerade noch einigermassen trocken einzusteigen.Weil es noch nicht allzu spät war, fuhren wir weiter bis nach Albany, wo wir etwa um 16.30 Uhr ankamen. Als erstes hielten wir bei einem Wohnwagen-Händler, um endlich einen neuen Griff für die Campertür zu kaufen. Roger hatte ihn ja in Karratha schon mal geflickt, aber jetzt wurde es wirklich prekär. Ich traute mich schon bald nicht mehr, die Tür aufzumachen vor lauter Angst, dass der Griff abbricht und wir dann nicht mehr in den Camper können.Wir fuhren durch Albany und schauten uns ein bisschen um. Wirklich schön hier! Etwas gross für meinen Geschmack und halt leider grau in grau und nass...Nach einem Kurz-Einkauf fuhren wir zum Emu Point, wo der Caravanpark Emu Beach war. Bis wir da waren schüttete es wieder in Strömen. Roger mietete zwar einen Platz, wo wir gleich unser eigenes Badezimmerhäuschen hatten. Aber Nick konnte natürlich jetzt nicht mehr auf den Spielplatz und auch das Hüpfkissen konnten wir vergessen. Schade.Wir waren alle schlecht gelaunt und hatten die Nase gestrichen voll, denn nach 10 Minuten hatten wir schon alle Krach miteinander. Nach einem Blick auf die Wettervorhersage waren wir auch nicht viel schlauer. Obwohl alle sagen, es werde besser, schaut es genau gleich aus wie gestern... ja, was denn jetzt?Wir schauten in die Karte und beschlossen schweren Herzens, morgen den Weg zurück nach Perth einzuschlagen. Wir wollen uns die Ferien jetzt nicht vermiesen lassen und das hier ist kein Zustand so. Von Albany kann man noch auf dem Albany Highway im Inland nach Perth fahren, danach müsste man den selben kilometerweiten Weg wieder zurück.









Donnerstag, 29. November 2012

Regen, Regen, Regen...


Was für eine Nacht! Ein heftiges Gewitter liess zwei Drittel der Familie nicht recht schlafen. Ich schlief prima, nur als es jeweils so heftig donnerte und blitzte erwachte ich schnell. Aber am Morgen war alles im Camper feucht und die Wände vom Aufklappdach trieften vom Kondensations-Wasser, was dann natürlich auch auf die Matratze und die Kissen tropfte.
Frühstück gabs natürlich im Camper, da es immer wieder zu regnen begann, auch wenn es immer wieder Pausen gab.
An der Tankstelle mussten wir schnell ein paar Minuten warten, bis die wieder Strom hatten. ;-) Dann fuhren wir zum Gloucester Tree. Einem etwa 60 Meter hohen Karri-Baum, den man seit 1947 als Ausguck-Turm benutzte, um Buschfeuer frühzeitig zu sehen. In den Baum wurden Eisen geschlagen. Heute wird er nur noch für die Touristen benutzt. Furchterregend für mich mit Höhenangst!! Leider war der Aufstieg heute nicht möglich, weil es zu heftig windete. Die Dame am Park-Eingang meinte zwar, wir bzw. Roger könnte es schon wagen, aber sie würde es nicht empfehlen, da es auch ziemlich schnell gehen würde, bis es wieder regnete und sie wirklich selten so schlechtes Wetter hätten. Roger war schon etwas enttäuscht. Und Nick natürlich auch, als er erfuhr, wozu der Baum früher diente. Aber ihn hätten wir hier eh nicht raufgelassen. Viel zu gefährlich!
So fuhren wir weiter durch die endlosen, aber wunderschönen Karri-Wälder bis nach Walpole. Der Wald dampfte vom Regen, irgendwie mystisch. ;-) In Walpole stärkten wir uns in einer Bäckerei mit Café. Für heute haben wir ein kleines Häuschen gemietet, geniessen die Wärme (es gibt eine Heizung), lassen unsere Decken trocknen, haben Spiele gespielt und ich habe das Tagebuch nachgetragen.
Übrigens: der blaue Himmel auf den Fotos hält jeweils ca. 5 Minuten, dann schüttet es wieder. 




Weingüter, Karri-Wälder und Leuchtturm im Regen



Wir fuhren wieder nach Dunsborough und dort auf die Caves Road. Eigentlich hofften wir, hier etwas von der Küste zu sehen. Dem war leider nicht so. Ausserdem begann es zu regnen. So hatten wir auch keine grosse Lust, abzuzweigen und uns einen Strand anzusehen. Wir fuhren an unzähligen Weingütern vorbei. Die Häuser dazu sind alle sehr sehr gepflegt und sehen richtig einladend aus. Auch die Höhlen liessen wir wegen des Regenfalles aus. Keiner von uns dreien hatte Lust auszusteigen und nass zu werden. ;-)In Augusta hielten wir an einer Bäckerei und kauften frisches Brot und Desserts. Dann fuhren wir zum Cape Leeuwin, wo der Indische Ozean auf den südlichen ähm ja, wie heisst der Southern Ocean bloss auf Deutsch? trifft. Wir sahen schon mal den Leuchtturm, assen aber erst im Camper etwas. Es wimmelte draussen von Fliegen und windete sehr heftig. Gestärkt machten wir uns dann auf zum Leuchtturm. Wir hatten beschlossen, auf die Besteigung zu verzichten, da diese nur im Rahmen einer Tour möglich war und recht teuer war. Auch dass wir auf das Gelände durften mussten wir Eintritt bezahlen.Beim Leuchtturm vorne hatten wir gerade noch Zeit, uns ein bisschen umzusehen, ein paar Fotos zu schiessen, über die Felsen zu schauen. Da schwamm doch tatsächlich eine Gruppe Delfine genau vor den Felsen. Und schon schüttete es wie aus Kübeln. Wir rannten zur WC-Anlage um Unterschlupf zu suchen, waren aber alle drei schon total durchnässt. Aber macht nichts, wir lachten und kürzten halt unsere Besichtigung etwas ab, gingen zum Camper zurück und zogen uns trocken an.So fuhren wir weiter an Weingütern vorbei und durch Karri-Wälder, es regnete und regnete.Im Beedelup Nationalpark besichtigten wir den Beedelup Waterfall. Härzig! Das Spannendste daran war die kleine Hängebrücke, aber der Spaziergang tat gut.Beim Weiterfahren sahen wir viele Känguruhs auf einer Wiese grasen.Als wir das kleine Dorf Pemberton von Weitem erblickte, sank meine Laune auf den Tiefstand. Von Weitem sah das aus wie eine Wellblechhütten-Siedlung. Aber als wir da waren, sahen wir, dass es hübsche Holzhäuschen hatte. Ein bisschen wie im Wild-West-Film. ;-)Wir quartierten uns auf dem Campingplatz ein. Aber Campen bei Regen macht definitiv keinen Spass mit so einem kleinen Camper. Zwischendurch hörte es doch mal 5 Minuten auf, um gleich darauf wieder wie aus Kübeln zu schütten. Die WC-Anlagen waren eisig kalt und zugig. Ich hatte heftige Kopfschmerzen, weshalb ich mich nach dem Znacht unter die Bettdecke verzog. Roger machtePET-Bettflaschen. Ich schlief schon bald ein und Roger und Nick gönnten sich einen DVD-Abend auf dem Laptop.